1956Geschichtenerzähler
Seit 1956 reisten sie umher: Der Tierlehrer und Artist Walter Pischl und seine Frau Edith mit ihrer Schultierschau. Sie brachten exotische und einheimische Tiere ins Klassenzimmer, die Kinder lauschten Walters spannenden Geschichten und wurden so für die Natur begeistert.
1958Rollende Zoologiestunde
Tierli Walters Schultierschau-Bus, seine «rollende Zoologiestunde» war bekannt und sorgte bei den Kindern für Aufregung, wenn er auf dem Schulhof vorfuhr.
1959Themenbezogener Unterricht
Jede Schultierschau folgte einem eigenen Thema, zu dem speziell ausgewählte Tiere gezeigt und erklärt wurden. Es wurde keine Mühe gescheut, eine optimale Tierauswahl zu organisieren, um den Kindern diverse Themen, auch die einheimische Tierwelt, näherzubringen. Walters mitreissende Geschichten und seine spannenden Tiere hinterliessen tiefen Eindruck bei der Schülerschaft. Diese aussergewöhnlichen Momente blieben ein Leben lang in Erinnerung. Ziel war es, möglichst allen Ostschweizer Kindern solche Erinnerungen und Begegnungen mit den Tieren zu ermöglichen.
1961Zoogründung durch Walter und Edith Pischl
Die Anlagen um das Haus von Pischls mit den Tieren für die Schultierschau zogen neugierige Spaziergänger an. Mit dem Eintrittsgeld wurde Futter für die Tiere gekauft. Der Walter Zoo war gegründet.
1963Freunde fürs Leben – Gründung des Gönnervereins
Walter und Edith hatten sehr gute Freunde, welche ihnen stets zur Seite standen. Beispielsweise halfen sie, das Grundstück in der Neuchlen zu bekommen. Schon 1963 gründeten sie einen Verein mit dem Namen «Freunde des Walter-Zoo». Der Verein unterstützt den Zoo bei Neubauten oder hilft in Notfällen finanziell aus. Als Gönnerverein wird er den Walter Zoo auf seinem Weg weiter begleiten und sich für ihn unermüdlich einsetzen.
1966Tierli-Walter Buch
1966 erscheint das Buch «Tierli-Walter» von Martel Gerteis im Team-Verlag in Arbon.
1973Das erste Schimpansenhaus
1973 wurde das erste Haus für Schimpansen eröffnet, welche vorher eher provisorisch untergebracht waren. Dieses Haus wurde später als Reptilienhaus weiter genutzt.
1975Zoologische Raritäten
Über die Jahre sammelten sich im Walter Zoo zahlreiche Attraktionen an.
1983Bau Huftierstall (Kamele, Yaks etc.)
Dank dem Gönnerverein konnte der Zoo ein weiteres Grundstück erwerben: Darauf wurde 1983 der «Heufresserstall» errichtet, wo beispielsweise Trampeltiere ein neues Zuhause finden.
1985Stabsübergabe
1985 übergaben Edith und Walter Pischl den Zoo ihrer jüngsten Tochter Gabi, damals 24, und deren Ehemann Ernst Federer mit sieben Angestellten. Familie Federer baut den Zoo darauf Stück für Stück aus und schafft das Kunststück, den Walter Zoo trotz teils prekärer finanzieller Lage zu einem wissenschaftlich geführten Zoo weiterzuentwickeln und so breite Anerkennung zu erlangen.
1986Bau Restaurant und Tropenhaus
1986 wurde das neue Tropenhaus mit Zoorestaurant eröffnet. Es bot dem Zoo völlig neue Möglichkeiten, sowohl in der Gastronomie wie auch in der Tierhaltung: Die Tropenhalle mit der Brücke über den Alligatorenteich und den freilebenden Affen hat über Jahrzehnte nichts am Erlebniswert für die Besuchenden eingebüsst.
1989Versierte Hundetrainer
Walter und Ediths Geschick als Hundetrainer war legendär: Zu ihrer Artistenzeit begeisterten ihre Hunde unter anderem mit Handständen und der Lösung von Rechenaufgaben bis 30. Die Tradition des Tiertrainings wurde auch im Walter Zoo fortgeführt.
1991Schweizer Show Talent
1991 gewann Gabi mit ihrer Katzennummer den Schweizer Show Talent Wettbewerb. Beste Werbung für den Zoo: Die darauf folgenden Besucherströme brachten das alte Zelt bald an seine Grenzen.
1993Das Schimpansenhaus – Ein Meilenstein
1993 wurde im Walter Zoo die grösste Schimpansenanlage der Schweiz eröffnet. Die Anlage ermöglicht den Schimpansen natürliches Verhalten und den Besuchenden die nahe Beobachtung der Schimpansen. Das Haus mit Aussenanlage war für den Zoo ein Mammutprojekt, aber auch ein Meilenstein. Dazu wurde auch das Wirtschaftsareal mit Futterküchen, Werkstatt und Quarantänestation gebaut, das Herzstück des Zoos.
1993Märchenwelt im Zirkuszelt
Ein neues, grösseres Zelt wurde aufgebaut. Um die Show für Kinder spannender zu gestalten, wurden von nun an nicht einfach Nummern aneinandergereiht. Artistik und Tiernummern wurden neu in eine kindgerechte Geschichte eingeflochten. Die Märchenwelt im Zirkuszelt war geboren. In der Geschichte von Mogli aus dem Dschungelbuch spielten die beiden Töchter von Ernst und Gabi Federer mit: Jeannine bereits in der Hauptrolle und Karin als das zweite Menschenkind. Die Shows fanden jeweils am Mittwoch, Samstag und Sonntag statt, an den anderen Tagen gab es ein Ersatzprogramm mit Katzennummern, schliesslich mussten die Kinder dann zur Schule.
1995Abschied
Der Walter Zoo nimmt Abschied von seinem Gründer Walter Pischl «Tierli-Walter». Sein unermüdlicher Einsatz, seine Liebe zu den Tieren und seine Begeisterung für die Natur haben den Zoo nachhaltig geprägt.
1997 Wissenschaftlich anerkannt
Im Jahr 1997 folgte ein weiterer Meilenstein im Hintergrund: Der Walter Zoo wurde Mitglied der European Association of Zoos and Aquaria (EAZA), was mit strengen Richtlinien und der Anerkennung als wissenschaftlich geführter Zoo verbunden ist. So konnte der Austausch zu den Zoos Europas vertieft werden und der Aufwand in Bildung, Forschung und Erhaltung der Biodiversität wurde intensiviert.
2001Umwandlung des Privatzoos in eine AG
2001 wurde aus dem Familienunternehmen eine Aktiengesellschaft, 2006 stieg die Stadt Gossau in die AG ein und 2007 wurde die Aktiengesellschaft als gemeinnützig anerkannt.
2003 Tingel-Tangel Varieté
Der Hitzesommer 2003 stellte den Zoo vor grosse Probleme: Die Besucherzahlen waren so tief, dass im Winter Nachholbedarf bestand. Spontan wurde das wetterunabhängige Tingel-Tangel Varieté ins Leben gerufen: Während eines exklusiven Vier-Gang-Menüs mit Apéro wurde eine abwechslungsreiche Show mit Artistik, Musik und Comedy geboten. Im ersten Jahr fanden sieben solche Shows statt, das Tingel-Tangel Variété war geboren.
2007Tingel-Tangel Varieté – Die Liebe zum Detail
Das Tingel-Tangel Varieté besticht mit aufwendigen, detailverliebten Kulissen und Dekorationen. Seit 2007 wird das Varieté jedes Jahr einem neuen Thema gewidmet und das Zoorestaurant innen wie aussen entsprechend dekoriert.
2009Eröffnung Tigeranlage und Oktagon – Die grösste Tigeranlage der Schweiz
2009 wurden die alten Tiger- und Löwenanlagen ersetzt: Mit 1'500 m² Fläche die grösste Tigeranlage der Schweiz, welche von gefährdeten Amurtigern bewohnt wird. 2018 kamen hier im Rahmen des europäischen Erhaltungszuchtprogrammes Jungtiere zur Welt. Zur Anlage wurde das sogenannte Oktagon, ein Verwaltungsgebäude mit Seminarraum gebaut. Die Löwenhaltung wurde für einige Jahre aufgegeben.
20113. Generation
2011 nahmen die beiden Töchter von Gabi und Ernst Federer, Karin Federer und Jeannine Gleichmann-Federer Einsitz in die Geschäftleitung, seit 2018 ist Karin Federer zudem Zoodirektorin. Mit den Enkelinnen von Edith und Walter Pischl begrüsst Sie nun die 3. Generation der Familie im Walter Zoo.
2012Ausstellung «Körperwelten der Tiere» exklusiv im Walter Zoo
2012 zeigte der Walter Zoo in Gossau als Schweizer Premiere die Ausstellung «Körperwelten der Tiere» von Gunther von Hagens und Kuratorin Angelina Whalley. Gezeigt wurden rund 120 plastinierte Tierkörper und Präparate aus unterschiedlichen Lebensräumen. Zu den eindrücklichsten Exponaten gehörten eine Giraffe, ein Gorilla, ein Braunbär, ein Hai und die Elefantenkuh Samba. Die Plastination ermöglichte den Besucherinnen und Besuchern einen detaillierten Einblick in den Körperbau der Tiere und machte Muskeln, Knochen, Organe und weitere anatomische Strukturen sichtbar.
2013Gesamtsanierung Flamingoteich
2013 wurde der Flamingoteich neu angelegt: Der Teich wurde neu geformt und mit Brutinseln für Flamingos und Enten ausgestattet, die Teichumgebung wurde renaturiert, damit sie auch einheimischen Tieren Lebensraum bieten kann.
2014Eröffnung Veterinärstation – Optimale Gesundheitsversorgung
2014 konnte die neue Veterinärstation eröffnet werden. Sie erlaubt auch komplexere medizinische Eingriffe direkt im Zoo, so können unsere Tierärzte eine optimale und möglichst stressfreie Gesundheitsversorgung unserer Tiere gewährleisten.
2017Eröffnung Savannenhaus
2017 wurde nach jahrelanger Vorplanung und fast einjähriger Bauzeit das Savannenhaus eröffnet. Hier können Bewohner der Trockenregionen Afrikas bestaunt werden. Das Haus bietet über 20 Tierarten ein Zuhause, unter anderem Erdmännchen, Fenneks und Nacktmullen. Zehn Monate dauerte der Bau der rund 300 Quadratmeter grossen Anlage.
2018Eröffnung Löwenanlage mit Zooschule
2018 eröffnete der Walter Zoo die neue Löwenanlage mit Berberlöwen und brachte damit nach rund zehn Jahren die Lieblingstiere des Zoogründers Walter Pischl zurück. Gleichzeitig entstand mit der Zooschule ein ausserschulischer Lernort rund um Tiere, Natur und Nachhaltigkeit. 2020 gab es erstmals Löwennachwuchs.
2018Theater mit Botschaft
2018 wurde ein neues Konzept für das Zelt erstellt und dieses zum Zootheater umbenannt. Aus gewichtigem Grund: Weiterhin sollen spannende Geschichten erzählt werden, allerdings wird von nun an kindgerecht ein naturschutzrelevantes Thema aufgegriffen. 2018 rettete Alana das letzte Drachenei vor Wilderern und die Drachen somit vor dem Aussterben, 2019 musste Teddy der Bär von einer fiesen Pelzliebhaberin befreit werden und 2021 wird Igel Pix einer Grossbaustelle auf seiner Waldlichtung gegenüberstehen und dafür kämpfen, dass der Lebensraum der Wildtiere erhalten bleibt. Mit diesen dezenten Botschaften ergänzt das Zootheater die Naturschutzbemühungen des Walter Zoos optimal.
2020Das Spiegelzelt
Im Coronajahr 2020 gestaltete sich die Planung des Variétés schwierig. In der Krise entschloss man sich erneut zu einem mutigen Schritt: Dank der grosszügigen Unterstützung durch René Metzler konnte ein wunderschönes Spiegelzelt angeschafft werden, in welchem der Event auch mit Abständen durchgeführt werden kann. Das Tingel-Tangel Varieté konnte aufgrund der Coronamassnahmen des Bundes in der Saison 2020/21 leider trotzdem nicht gezeigt werden. Doch dank der mutigen Investition können wir auch zukünftig zahlreiche Gäste in die Tingel-Tangel-Welt entführen.
2020Eröffnung Wildvogelpflegestationen und Igelpflegestation
Die Wildvogelpflegestation ist im Naturmuseum St. Gallen angesiedelt und wird vom Walter Zoo betrieben. Die Igelpflegestation befindet sich auf dem Gelände des Walter Zoos neben dem Naturlehrpfad hinter dem Savannenhaus. Dort pflegt der Walter Zoo verletzte und schwache Igel gesund, um sie wieder auszuwildern. Damit kann der Zoo der Region eine Dienstleistung in seiner Kernkompetenz, der Tierpflege, bereitstellen. Auf dem dazugehörigen, rund 1'800 m² renaturierten Gelände erfahren Besuchende, wie sie selbst einen Beitrag zur Förderung der einheimischen Natur leisten können.
2020Abschied
Edith Pischl-Linder starb am 21. Januar 2020 im Alter von 93 Jahren. Sie wurde am 15. August 1926 in Herisau geboren.
20213. Generation
2021 übergab Ernst Federer den Vorsitz der Geschäftsleitung an seine Tochter Karin Federer.
2022Eröffnung der Anlagen für Kleine Pandas und Zwergotter (Erste Etappe Masterplan)
Als 1. Etappe des Masterplans 2040 eröffnete im Juni 2022 die Anlage der Kleinen Pandas und Zwergotter. Edukativ steht der stark bedrohte Kleine Panda für die Lebensraumzerstörung in seinem Herkunftsland.
Ausserdem: Mitgliedschaft in der WAZA (World association of zoos and aquariums)
2023Eröffnung des Fliegenden Klassenzimmers (Erste Etappe Masterplan)
Mit dem Flugtraining im «Fliegenden Klassenzimmer», eingebettet in einer natürlichen Nische des Zoos, können Schulklassen und Zoogäste fliegende Vögel in Aktion hautnah beobachten und sich für sie begeistern. Die Anlage wurde im Mai 2023 eröffnet.
2024Für den Walter Zoo entstand ein neuer visueller Auftritt mit neuem Logo und ganzheitlichem Corporate Design. Farben, Typografie, Illustrationen und grafische Elemente bilden eine lebendige Designsprache mit hohem Wiedererkennungswert – vom digitalen Auftritt über Printmedien bis zur Beschilderung.
2025Family Festival
Mit dem Family Festival wurde 2025 ein neues Eventformat lanciert. Es begeistert Gross und Klein mit Kinderkonzerten, Disco, Clowns sowie tierischen Begegnungen und abwechslungsreichen Spielangeboten.
2040Masterplan 2040
Unsere Vision und unsere Strategie wurden in einem Masterplan festgehalten. Wie der Walter Zoo im Jahr 2040 etwa aussehen wird, ist diesem Plan und unserem Modell zu entnehmen. Lass auch du dich inspirieren. Nebst den bestehenden wird der Walter Zoo neue, sorgfältig ausgewählte Tierarten halten und alte Anlagen ersetzen oder umbauen. Der Zoo wird auf zwei Seiten erweitert werden – doch alles verraten wir hier noch nicht.