Vikunjas sind die kleinsten lebenden Kamele und perfekt an ein Leben im Hochgebirge angepasst. Doch eine Anpassung wäre ihnen fast zum Verhängnis geworden, denn für ihre weiche Wolle wurden sie im grossen Stile gejagt und verfolgt.
Vikunjas sind durch ihr dichtes und feines Fell gut gegen die kalten Hochgebirgstemperaturen gewappnet. Dabei stellt diese Wolle die zweitfeinste Tierwolle nach dem Fell der Tibetantilope («Shahtoosh») dar und ist bis heute die teuerste kommerziell erhältliche Naturwolle. Schon die Inkas schätzten Vikunjawolle und verwendeten sie für rituelle Zwecke. Hierfür trieben sie alle zwei Jahre die wildlebenden Vikunjas zusammen, um sie zu scheren. Doch diese traditionelle Art der Wollgewinnung fand durch die europäische Kolonialisierung ein jähes Ende, da man durch den Einsatz von Schusswaffen schnell und einfach an grosse Mengen der wertvollen Wolle gelangen konnte. Als man erkannte, dass eine Rückkehr zur traditionellen, nachhaltigen Wollgewinnung nötig ist, waren nicht mal mehr ein Prozent der ursprünglichen Bestände übrig. Dank strenger Schutzmassnahmen konnten sich die Bestandszahlen wieder erholen und Vikunjas sind heute nicht mehr vom Aussterben bedroht. Gleichzeitig gehören sie zu den ersten Tierarten, für die Zoos ein Europäisches Erhaltungszuchtprogramm (EEP) geschaffen haben.
Klasse
Säugetiere
Ordnung
Paarhufer
Familie
Kamele
Bedrohungen
Veränderung & Verlust von Lebensräumen, Handel mit Fleisch & Tierprodukten, Klimawandel
Lebensweise
Vikunjas leben in Haremgruppen aus einem Hengst und mehreren Stuten. Hengste ohne eigene Gruppe schliessen sich zu Junggesellengruppen zusammen, die über 100 Tiere umfassen können. Zum Schutz vor Feinden ziehen sich Vikunjas nachts in Hanglagen zurück. Sie sind Weidegänger, die sich v.a. von Gräsern ernähren.
Fun Fact
Junge Vikunjas werden fast immer zu Mittagszeit geboren, da neugeborene Jungtiere morgens und abends Gefahr laufen würden, durch die kalten Gebirgswinde auszukühlen.
Verbreitung
Vikunjas bewohnen die Anden im westlichen Südamerika auf Höhenlagen zwischen 3'000 und 5'000m.
Galerie – Mehrere Bilder
Wie tragen Zoos zum Artenschutz bei?
Mehr denn je ist es in der heutigen Zeit auch unsere Aufgabe, selbst als aktive Naturschutzpartner zu wirken, aber auch der Öffentlichkeit Wissen zu vermitteln und sie für wichtige Naturschutzthemen zu sensibilisieren. Unzählige Tierarten sind vom Aussterben bedroht.